Beiträge getagged mit Zeitungen

Ende mit kostenlos!

Es ist der Sommer der Dinosaurier, Lobbyisten und Realitätsverweigerer. Nach der hamburger Erklärung, der Enteignungs-Diskussion um Google und APs Vorstoß in Sachen Bekämpfung der freien Meinungsäußerung eröffnet kein Geringerer als Rupert Murdoch, Chef eines der größten Medienunternehmen der Welt, die nächste Runde: Paid Content

Auch wenn die Realisierung der Pläne extrem unrealistisch anmutet, gewinnt die Diskussion endlich ein wenig an Substanz, was ihr wirklich gut tut. Denn jetzt geht es erstmals (auch) um Journalismus und Qualität – die Inhalte rücken in den Mittelpunkt.

Innerhalb des nächsten Jahres sollen alle Online-Inhalte der News Corporation kostenpflichtig werden, denn Qualitäts-Journalismus muss finanzierbar sein, so Murdoch.

“Quality journalism is not cheap,” said Murdoch. “The digital revolution has opened many new and inexpensive distribution channels but it has not made content free. We intend to charge for all our news websites.” – Guardian

Wenig überraschend, dass auch andere Verleger sich zu Wort melden, um ähnliche Statements zum Besten zu geben. So erklärte Springer-Chef Mathias Döpfner im FAZ-Interview seine Sicht der Dinge.

Die Leser haben über Jahrhunderte bewiesen, dass sie bereit sind, für wirklich attraktive Inhalte Geld zu bezahlen. Qualität, geistige Wertschöpfung haben ihren Preis. Warum soll das in der digitalen Welt plötzlich anders sein?

Nun ja, es könnte natürlich auch sein, dass es weniger die “attraktiven Inhalte” als vielmehr die Distributionskosten waren, die seit Jahrhunderten von Lesern bezahlt wurden. Ganz zu schweigen von den Anzeigen-Einnahmen, die seit jeher den größten Teil des Umsatzes bei den Zeitungen ausgemacht haben. Ich wage zu behaupten, dass Qualität in den letzten Jahrhunderten eine eher untergeordnete Rolle bei der Wertschöpfung gespielt hat. Ausnahmen bestätigen wie immer die Regel. Zum Rest des Beitrags »

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Hubert Burda: Wir werden schleichend enteignet

Anscheinend ist es dieser Tage angesagt, den Staat für seine eigenen Probleme oder die einer ganzen Branche verantwortlich zu machen. In seinem Gastbeitrag Wir werden schleichend enteignet in der FAZ lässt Medienmogul Hubert Burda mal so richtig Dampf ab und sieht auch den Staat in der Pflicht.

Für ihn ist die Tatsache unerträglich, dass Google durch die Nutzung fremder (journalistischer) Inhalte Geld verdient – und zwar mehr als die Produzenten der Inhalte selbst. Dennoch weiß er den Service von Google zu schätzen, der ihm ja Besucher auf seine Seite bringt und dadurch letzten Endes auch Umsatz generiert. Allerdings, und da hängt der gute Herr Burda mich dann gedanklich ab, soll Google dafür bezahlen und der Staat entsprechende Gesetze dafür schaffen.

Wir debattieren daher in zunehmendem Maße darüber, ob wir es weiter akzeptieren können, wenn andere kommerzielle Anbieter aus unseren Angeboten und damit von unserem originären journalistischen Handwerk einen größeren wirtschaftlichen Nutzen ziehen, als wir selbst es tun. [...] Doch wer die Leistung anderer kommerziell nutzt, muss dafür bezahlen.

Ein interessanter Artikel, der aber mehr Fragen als Antworten liefert. Aus meiner Sicht sollten die Vorteile, die für die Verlage durch Google entstehen, überwiegen. Letzten Endes finde ich bei Google zwar meinen Focus-Artikel, doch vollständig lesen kann ich ihn bei Google nicht. Ohne Google würde den Nachrichten Sites der Traffic und damit der Umsatz signifikant wegbrechen. Und man darf nicht vergessen, dass die Zeitungen ihre Inhalte von Google indizieren lassen wollen.

Dass Google hier anscheinend das bessere Geschäftsmodell hat und durch das Zitieren und Verlinken von fremden Inhalten mehr Umsatz generiert, ist offensichtlich. Doch warum sollte Google die Zeitungshäuser subventionieren?

Hingegen kann ich einem Teil seiner Überlegungen folgen, wenn es um das Leistungsschutzrecht geht. Unklar ist aber, ob es ihm hier tatsächlich darum geht, eine Grundversorung an hochwertigen journalistischen Inhalten oder den eigenen Status Quo zu sichern. Dass tatsächlich die Demokratie in Gefahr ist, halte ich aber für eher fraglich.

Mehr zum Thema mit einer sehr schönen Metapher: Medial Digital – Dann boykottiert doch Google

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Die taz im digitalen Abo

Logo der tazDie taz und einige andere Tageszeitungen haben es erkannt: Zeitungen werden sich zukünftig auf deutlich geringere Umsätze durch Anzeigen gewöhnen und alternative Erlösmodelle in Betracht ziehen müssen. Und während viele Verlage noch immer an ihrer Vogel-Strauß-Taktik festhalten und warten, dass die “jungen Leute” endlich alt genug werden, um gedruckte Zeitungen zu kaufen, holt die taz ihre Leser lieber am heimischen Bildschirm mit dem digitalen Abo ab – ohne Anzeigen und ohne DRM.

Das digitale taz-Abo ist mit 10 Euro im Monat deutlich günstiger als die Print-Ausgabe. Natürlich steht es der LeserIn frei, wie auch schon bei der gedruckten Ausgabe, den “politischen Preis” zu zahlen – dieser liegt bei 20 Euro. Dafür kann sich die AbonnentIn bereits am Vortag um 22 Uhr die taz vom nächsten Tag runterladen. Zur Auswahl stehen neben dem EPUB-Format auch HTML und eine fade ASCII-Variante für den nostalgischen Bernsteinmonitor.

Der Schritt, den die taz mit ihrem digitalen Abo gemacht hat, geht in die richtige Richtung. Warum soll ich eine gedruckte Zeitung mit mir rumtragen, wenn ich die Zeitung auch auf meinem Notebook oder iPhone lesen kann? Allerdings offenbaren sich bei der Nutzung der EPUB-Variante sehr schnell die Grenzen der bisher verfügbaren Reader. Hier muss anständige Software und Hardware her.

Alles in Allem aber immer noch um Welten besser als das Lesen der Seiten im PDF-Format als exaktes Abbild der gedruckten Seite. Das Einzige das stört sind die fehlenden Bilder.

Man darf gespannt sein, ob weitere Zeitungen dem Beispiel der taz folgen werden.

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