Beiträge getagged mit Web 2.0
Posterous: Von Idioten für Idioten
Ich muss gestehen, dass ich schwer begeistert bin von Posterous. Nicht weil es das tausendste web-2.0-ige Blog-Social-Gedöns-Kommentar-Verlinkungs-Tool auf dem Markt ist, das die Welt definitiv nicht braucht. Das wird mir langsam nicht nur zu redundant, sondern auch zu langweilig. Aber ein paar Dinge wurden “gut gelöst” – um den alten Günter Netzer zu zitieren.
Die eigene Posterous-Seite wird durch eine e-Mail an post@posterous.com angelegt. Die Mail kann dabei Videos, Bilder oder sonstige Dateien enthalten, aus denen automatisch ein Eintrag auf der persönlichen Seite erzeugt wird. Die URL gibt es per e-Mail innerhalb weniger Sekunden. Wer keine kryptische URL mag, muss sich registrieren und kann diese ändern. Fertig. Ich bin allerdings gespannt, wie gut der Spam-Filter ist, der diesen Posteingang überwacht.
Weit mehr bin ich aber davon begeistert, dass jede e-Mail irgendwie zu sinnvollen Einträgen verarbeitet wird, und man wirklich gar keinen Aufwand dafür betreiben muss – aber kann, wenn man denn will.
Natürlich ist das alles keine Rocket Science, aber dieser Dienst ist technisch mindestens so primitiv wie Twitter oder Delicious. Das alleine kann das Projekt schon nach Vorne bringen.
Vodafone: From Hero To Zero?
Ich muss zugeben, dass ich mich über die Reaktionen auf die Vodafone-Kampagne Es ist deine Zeit sehr wundere. Und das, obwohl ich mich nicht erst seit gestern im “Mitmachweb” rumtreibe. Mir sind Phänomene wie die verschrobene Selbstwahrnehmung und das Geltungsbedürfnis vieler Blogger und selbsternannter Web 2.0 Idole durchaus vertraut. Und letzten Endes ist auch das Mitmachweb nur ein Spiegel der Gesellschaft, wenn auch ein verzerrter.
Auf eine Person, die etwas probiert und riskiert, kommen 1.000 Gaffer, die nur daneben stehen und auf ihr Scheitern warten, um dann sagen zu können: Das habe ich ja gleich gesagt!

Aber eins vorweg: Der David Bowie Song Heroes wurde für den Spot so übel vergewaltigt, das einem schlicht die Adjektive ausgehen, um dieses Elend zu beschreiben. Das toppen nicht einmal die ahnungslosen Pflegefälle, die von RTL und Bohlen im DSDS-Vorentscheid an den TV-Pranger gestellt und öffentlich hingerichtet werden. Das tut weh, selbst wenn man nur ein wenig auf Bowies Musik steht. Die Kritik ist hier auf jeden Fall gerechtfertigt.
Doch sieht man davon ab, so bleibt aus meiner Sicht ein nichts sagender Spot, der weder richtig gut noch richtig schlecht ist, und der mit ein paar mehr oder weniger bekannten Testimonials geschmückt das Feeling der Generation Upload rüber bringen soll. Also der Leute, die ständig online sind, Dienste wie Twitter, Facebook, Flickr etc. nicht nur passiv nutzen. Und dafür braucht die Generation Upload neben den passenden mobilen Geräten auch eine echte Flatrate. Denen möchte Vodafone gerne etwas verkaufen.
