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Associated Press vs. Internet II
Ich bin gespannt, wann dieser merkbefreite Vorschlag hier zu Lande seinen Weg in das Sommerloch findet. Wer bisher dachte, dass man sich gar nicht so frei von jeglichem Gespür für Realitäten und Verhältnismäßigkeiten machen kann, sieht spätestens jetzt, dass das durchaus geht.

AP - Fair Use For Sale
Das Zitieren von sieben Wörtern für die nicht-kommerzielle Nutzung kostet USD 7,50 – die kann man bequem per Kreditkarte bezahlen. Ein echtes Schnäppchen, wenn man bedenkt, dass das bisher kostenlos war und der Vorstoß der AP rechtlich mehr als fraglich ist.
Via: Tim’s Weblog
Associated Press vs. Internet
Die US-Nachrichtenagentur Associated Press (AP) möchte zukünftig hart durchgreifen, wenn es um die “unerlaubte” Nutzung ihres Contents geht. Was genau unter der “unerlaubten” Nutzung zu verstehen ist, lässt sich bei der New York Times nachlesen.
Tom Curley, The A.P.’s president and chief executive, said the company’s position was that even minimal use of a news article online required a licensing agreement with the news organization that produced it. In an interview, he specifically cited references that include a headline and a link to an article, a standard practice of search engines like Google, Bing and Yahoo, news aggregators and blogs.
Damit ist klar, dass alleine das Zitieren und Verlinken eines AP-Artikels ohne einen Lizenzvertrag als unerlaubte Nutzung angesehen wird. Bei mehr als 1.400 Zeitungen, die an der AP beteiligt sind und deren Content nutzen und verbreiten, bedeutet das, dass es für Blogger und andere kleinere Content-Produzenten unter Umständen teuer wird – wenn sie nicht vor dem Verlinken einer Nachricht mit dem Urheber oder Rechteinhaber verhandeln oder zahlen. Für die vielen nicht-kommerziellen Angebote im Web ein echter Show Stopper.
Damit stellt AP – ähnlich wie die Urheber der Hamburger Erklärung, nur wesentlich direkter – das bestehende Zitatrecht in Frage. Ähnlich wie nach dem Urhebergesetz (UrhG, §51 Zitate) in Deutschland dürfen auch in den USA Auszüge aus urheberrechtlich geschützten Werken für eigene Werke als Zitat verwendet werden – Fair Use. Tom Curley möchte dieses Recht aber nicht nur beschneiden, sondern dieses auch veräußern können – eine Privatisierung der Pressefreiheit auf Kosten der Demokratie?!
Jeff Jarvis, Journalist und Autor von What Would Google Do?, greift dieses Thema ebenfalls in seinem Weblog auf.
Oh, it probably won’t succeed, just because what it suggests is so impractical and illegal and ultimately undemocratic and unconstitutional.
Mal sehen wie es weitergeht…
Der Verleger-Journalisten-Google Komplex
Medienmogul Hubert Burda und Michael Konken, Vorsitzender des Deutschen Journalisten-Verbands (DJV), holen zum nächsten verbalen Schlag gegen Google aus. Offenbar verkörpert Google für sie das Internet und damit die Ursache für die großen Herausforderungen, mit denen sich die Medien konfrontiert sehen . Konrad Lischka hat es auf SPIEGEL Online sehr schön auf den Punkt gebracht: Sie schimpfen auf Google und meinen das Netz
Während (nicht nur) hier zu Lande die Verleger sehr schwer an den deutlichen Umsatzrückgängen im Print und den zu zögerlich wachsenden Umsätzen im Online-Geschäft zu kämpfen haben, fahren Google & Co. noch immer Gewinnsteigerungen ein – mit fremden (journalistischen) Inhalten. Google gab diese Woche bekannt, den Gewinn im zweiten Quartal um 18% gesteigert zu haben, auch wenn das Umsatzwachstum mit “nur” 3% hinter den Erwartungen zurück blieb und somit die geringste Steigerung in der gesamten Firmengeschichte darstellt.
Da ist ein Feindbild schnell zur Hand. Ein etwas holpriger Pfad, der für viel Dynamik im Web gesorgt hat, wurde durch die Hamburger Erklärung und Burdas Gastbeitrag in der FAZ bereits im Juni geebnet. Für Konken reicht das aus, um noch Einen drauf zu setzen und ein wenig auf Google rum zu treten – und zu stolpern. Denn leider kommt sein Versuch, sich bei den Verlegern anzubiedern, bei dem einen oder anderen Journalisten nicht so gut an. Egal, wie oft man noch über diesen Pfad trampelt, es wird keine dreispurige Autobahn draus. Vielmehr hat man das Gefühl, dass die Kluft zwischen Verlegern und Journalisten durch diese Diskussion immer größer wird.
Die Gründe für den Unmut sind nachvollziehbar: Google hat zum Einen ein beachtlich großes Stück vom Werbe-Kuchen vereinnahmt, laut Burda etwa ein Drittel des gesamten Online-Budgets. Zum Anderen lebt Google von fremden Inhalten – also auch aber nicht nur – von dem von Verlagen produzierten und/oder verbreiteten Content. Dafür soll Google an die Distributoren zahlen. Die rechtliche Grundlage dafür soll der Staat schaffen. Das nennt sich “Fairer Wettbewerb” oder auch “Fair Share”.
Vodafone: From Hero To Zero?
Ich muss zugeben, dass ich mich über die Reaktionen auf die Vodafone-Kampagne Es ist deine Zeit sehr wundere. Und das, obwohl ich mich nicht erst seit gestern im “Mitmachweb” rumtreibe. Mir sind Phänomene wie die verschrobene Selbstwahrnehmung und das Geltungsbedürfnis vieler Blogger und selbsternannter Web 2.0 Idole durchaus vertraut. Und letzten Endes ist auch das Mitmachweb nur ein Spiegel der Gesellschaft, wenn auch ein verzerrter.
Auf eine Person, die etwas probiert und riskiert, kommen 1.000 Gaffer, die nur daneben stehen und auf ihr Scheitern warten, um dann sagen zu können: Das habe ich ja gleich gesagt!

Aber eins vorweg: Der David Bowie Song Heroes wurde für den Spot so übel vergewaltigt, das einem schlicht die Adjektive ausgehen, um dieses Elend zu beschreiben. Das toppen nicht einmal die ahnungslosen Pflegefälle, die von RTL und Bohlen im DSDS-Vorentscheid an den TV-Pranger gestellt und öffentlich hingerichtet werden. Das tut weh, selbst wenn man nur ein wenig auf Bowies Musik steht. Die Kritik ist hier auf jeden Fall gerechtfertigt.
Doch sieht man davon ab, so bleibt aus meiner Sicht ein nichts sagender Spot, der weder richtig gut noch richtig schlecht ist, und der mit ein paar mehr oder weniger bekannten Testimonials geschmückt das Feeling der Generation Upload rüber bringen soll. Also der Leute, die ständig online sind, Dienste wie Twitter, Facebook, Flickr etc. nicht nur passiv nutzen. Und dafür braucht die Generation Upload neben den passenden mobilen Geräten auch eine echte Flatrate. Denen möchte Vodafone gerne etwas verkaufen.
Hubert Burda: Wir werden schleichend enteignet
Anscheinend ist es dieser Tage angesagt, den Staat für seine eigenen Probleme oder die einer ganzen Branche verantwortlich zu machen. In seinem Gastbeitrag Wir werden schleichend enteignet in der FAZ lässt Medienmogul Hubert Burda mal so richtig Dampf ab und sieht auch den Staat in der Pflicht.
Für ihn ist die Tatsache unerträglich, dass Google durch die Nutzung fremder (journalistischer) Inhalte Geld verdient – und zwar mehr als die Produzenten der Inhalte selbst. Dennoch weiß er den Service von Google zu schätzen, der ihm ja Besucher auf seine Seite bringt und dadurch letzten Endes auch Umsatz generiert. Allerdings, und da hängt der gute Herr Burda mich dann gedanklich ab, soll Google dafür bezahlen und der Staat entsprechende Gesetze dafür schaffen.
Wir debattieren daher in zunehmendem Maße darüber, ob wir es weiter akzeptieren können, wenn andere kommerzielle Anbieter aus unseren Angeboten und damit von unserem originären journalistischen Handwerk einen größeren wirtschaftlichen Nutzen ziehen, als wir selbst es tun. [...] Doch wer die Leistung anderer kommerziell nutzt, muss dafür bezahlen.
Ein interessanter Artikel, der aber mehr Fragen als Antworten liefert. Aus meiner Sicht sollten die Vorteile, die für die Verlage durch Google entstehen, überwiegen. Letzten Endes finde ich bei Google zwar meinen Focus-Artikel, doch vollständig lesen kann ich ihn bei Google nicht. Ohne Google würde den Nachrichten Sites der Traffic und damit der Umsatz signifikant wegbrechen. Und man darf nicht vergessen, dass die Zeitungen ihre Inhalte von Google indizieren lassen wollen.
Dass Google hier anscheinend das bessere Geschäftsmodell hat und durch das Zitieren und Verlinken von fremden Inhalten mehr Umsatz generiert, ist offensichtlich. Doch warum sollte Google die Zeitungshäuser subventionieren?
Hingegen kann ich einem Teil seiner Überlegungen folgen, wenn es um das Leistungsschutzrecht geht. Unklar ist aber, ob es ihm hier tatsächlich darum geht, eine Grundversorung an hochwertigen journalistischen Inhalten oder den eigenen Status Quo zu sichern. Dass tatsächlich die Demokratie in Gefahr ist, halte ich aber für eher fraglich.
Mehr zum Thema mit einer sehr schönen Metapher: Medial Digital – Dann boykottiert doch Google
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Der Schritt, den die taz mit ihrem digitalen Abo gemacht hat, geht in die richtige Richtung. Warum soll ich eine gedruckte Zeitung mit mir rumtragen, wenn ich die Zeitung auch auf meinem Notebook oder iPhone lesen kann? Allerdings offenbaren sich bei der Nutzung der EPUB-Variante sehr schnell die Grenzen der bisher verfügbaren Reader. Hier muss anständige Software und Hardware her.
Alles in Allem aber immer noch um Welten besser als das Lesen der Seiten im PDF-Format als exaktes Abbild der gedruckten Seite. Das Einzige das stört sind die fehlenden Bilder.
Man darf gespannt sein, ob weitere Zeitungen dem Beispiel der taz folgen werden.


