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E-Mails nerven niemanden, aber Menschen…
Auch wenn es E-Mails schon eine ganze Weile gibt, und sie mittlerweile selbst von internet-fernen Bevölkerungsschichten ausgiebigst genutzt und missbraucht werden, gibt es hier noch eine Menge zu lernen. Keine Technologie ist per se schlecht, man kann sie zum Nutzen der Menschheit nutzen, oder eben dazu, sie zu vernichten – und wenn nicht die Menschen selbst, dann doch zumindest ihre Produktivität. Eine Technologie zu verstehen ist die Grundvoraussetzung dafür, sie richtig nutzen zu können.
Weniger dramatisch ausgedrückt, kann man mit einer Handvoll E-Mails einen ganzen Arbeitstag und jedes Anzeichen von Produktivität im Keim ersticken, oder aber etwas Wichtiges kommunizieren, wodurch einem selbst oder Anderen sogar ein Vorteil entstehen kann.
Hier ein paar Tipps, die mir das Leben leichter machen und vielleicht dem einen oder anderen Absender einer Mail transparent machen, warum sie immer noch auf eine Antwort von mir warten bzw. warum es sich nicht lohnt, zu warten.
Das Schreiben von E-Mails
- Frage dich selbst, ob diese E-Mail, die du gerade schreiben möchtest, überhaupt für irgendeinen Menschen relevant ist. Wenn nicht, hör’ gleich wieder auf. Wenn ja, sollte die Anzahl der Menschen nicht von der Anzahl der Empfänger überschritten werden.
- Passt der gesamte Text deiner E-Mail auf ein 13″-Display (in lesbarer Textgröße)? Wenn nicht, fang’ noch mal an. Das liest niemand bis zum Ende, schon gar nicht Entscheider – fasse dich kurz! (Internet-Ausdrucker haben in der Regel eine Aufmerksamkeitsgrenze von unter einer Seite DIN A4 und sind oft zu eitel, eine Lesebrille zu tragen).
Bei privaten Mails können die Mengenangaben abweichen. - Regst du dich beim Schreiben der E-Mail auf oder hast du dich kurz davor aufgeregt? Das merkt man, wenn man die Mail öfter als sonst durchliest, ständig Absätze hin und her schiebt oder ein halbvoller Becher kalter Kaffee neben der Tastatur steht. Der Spellchecker schlägt auch nicht selten bei innovativen Adjektiven und Kraftausdrücken an. Wenn man noch nicht ganz dem Blutrausch verfallen ist, merkt man vielleicht sogar selber noch, dass man einen Hauch Zweifel am eigenen Handeln hat.
Geh’ erstmal an die frische Luft und kühl’ dich ab. Solche Mails tendieren dazu, emotional und unsachlich zu werden und enden in der Regel in einem persönlichen Gespräch, in dem man erklären muss, wie man es wirklich gemeint hat. Manchmal müssen sich hinterher sogar weitere Personen damit befassen, die es eigentlich nicht im Geringsten interessiert. In diesem Fall sollte man lieber gleich das persönliche Gespräch suchen (aber zuerst frische Luft!).
Das Internet-Manifest.
Da genieße ich das schöne Wetter in Dänemark, um abends ein wenig zu bloggen, und ausgerechnet der DJV schnappt mir meinen Aufmacher weg.
Egal: Gestern veröffentlichten 15 zumindest mir überwiegend bekannte Journalisten und Blogger das Internet-Manifest. Eine Sammlung von 17 Thesen, die Thomas Knüwer als Feedback auf ein Posting im Juli, in dem er die Gründe für seinen Austritt aus dem DJV darlegte, bekam. Ihm ist auf Grund kurz zuvor veröffentlichter unsäglicher Pamphlete der deutschen Verlagslobby und des DJV so richtig der Arsch geplatzt, was sich sehr gut nachvollziehen lässt.
Doch was da so hochtrabend und unpassend als Manifest angekündigt wird, bleibt hinter den Erwartungen weit zurück. Es wurden 17 Punkte aufgelistet, die aus meiner Sicht überwiegend den Tatsachen entsprechen, doch Neues gibt es hier nicht zu lesen. Vielmehr ein Medley aus mindestens 10 Jahren Diskussionen rund um das Thema Internet und Medien.
Trotzdem bin ich mir sicher, gerade in Hinblick auf die aktuelle Diskussion um das Leistungsschutzrecht und Paid Content, dass es Sinn macht, Statements zu sammeln und zu bündeln, um Unterstützer mobilisieren zu können. So kann man den Erklärungen der Verlagslobby etwas entgegensetzen.
In meinen Augen stellt das Dokument aber eher eine Aufforderung zum Dialog als ein Manifest dar. Denn an konkreten Forderungen oder Lösungsansätzen fehlt es bisher. Alles ist sehr allgemeingültig verfasst, ohne zu sehr ins Detail zu gehen. Daher holen die Initiatoren auch nur die Menschen ab, die ohnehin schon die selbe Meinung vertreten haben.
Um Überzeugungsarbeit zu leisten, reicht es nicht. Aber man wird sehen, in welche Richtung sich das “Manifest” weiterentwickelt. Zumindest werden die Thesen jetzt in einem größeren Kreis diskutiert, was definitiv einen kleinen Teilerfolg darstellt.
Stimmen: taz – Bitte redet über Geld – Meedia – Web verreißt das Internet-Manifest – kaliban* – Als hätten wir nicht genug Manifeste
Der Verleger-Journalisten-Google Komplex
Medienmogul Hubert Burda und Michael Konken, Vorsitzender des Deutschen Journalisten-Verbands (DJV), holen zum nächsten verbalen Schlag gegen Google aus. Offenbar verkörpert Google für sie das Internet und damit die Ursache für die großen Herausforderungen, mit denen sich die Medien konfrontiert sehen . Konrad Lischka hat es auf SPIEGEL Online sehr schön auf den Punkt gebracht: Sie schimpfen auf Google und meinen das Netz
Während (nicht nur) hier zu Lande die Verleger sehr schwer an den deutlichen Umsatzrückgängen im Print und den zu zögerlich wachsenden Umsätzen im Online-Geschäft zu kämpfen haben, fahren Google & Co. noch immer Gewinnsteigerungen ein – mit fremden (journalistischen) Inhalten. Google gab diese Woche bekannt, den Gewinn im zweiten Quartal um 18% gesteigert zu haben, auch wenn das Umsatzwachstum mit “nur” 3% hinter den Erwartungen zurück blieb und somit die geringste Steigerung in der gesamten Firmengeschichte darstellt.
Da ist ein Feindbild schnell zur Hand. Ein etwas holpriger Pfad, der für viel Dynamik im Web gesorgt hat, wurde durch die Hamburger Erklärung und Burdas Gastbeitrag in der FAZ bereits im Juni geebnet. Für Konken reicht das aus, um noch Einen drauf zu setzen und ein wenig auf Google rum zu treten – und zu stolpern. Denn leider kommt sein Versuch, sich bei den Verlegern anzubiedern, bei dem einen oder anderen Journalisten nicht so gut an. Egal, wie oft man noch über diesen Pfad trampelt, es wird keine dreispurige Autobahn draus. Vielmehr hat man das Gefühl, dass die Kluft zwischen Verlegern und Journalisten durch diese Diskussion immer größer wird.
Die Gründe für den Unmut sind nachvollziehbar: Google hat zum Einen ein beachtlich großes Stück vom Werbe-Kuchen vereinnahmt, laut Burda etwa ein Drittel des gesamten Online-Budgets. Zum Anderen lebt Google von fremden Inhalten – also auch aber nicht nur – von dem von Verlagen produzierten und/oder verbreiteten Content. Dafür soll Google an die Distributoren zahlen. Die rechtliche Grundlage dafür soll der Staat schaffen. Das nennt sich “Fairer Wettbewerb” oder auch “Fair Share”.

