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Associated Press vs. Internet
Die US-Nachrichtenagentur Associated Press (AP) möchte zukünftig hart durchgreifen, wenn es um die “unerlaubte” Nutzung ihres Contents geht. Was genau unter der “unerlaubten” Nutzung zu verstehen ist, lässt sich bei der New York Times nachlesen.
Tom Curley, The A.P.’s president and chief executive, said the company’s position was that even minimal use of a news article online required a licensing agreement with the news organization that produced it. In an interview, he specifically cited references that include a headline and a link to an article, a standard practice of search engines like Google, Bing and Yahoo, news aggregators and blogs.
Damit ist klar, dass alleine das Zitieren und Verlinken eines AP-Artikels ohne einen Lizenzvertrag als unerlaubte Nutzung angesehen wird. Bei mehr als 1.400 Zeitungen, die an der AP beteiligt sind und deren Content nutzen und verbreiten, bedeutet das, dass es für Blogger und andere kleinere Content-Produzenten unter Umständen teuer wird – wenn sie nicht vor dem Verlinken einer Nachricht mit dem Urheber oder Rechteinhaber verhandeln oder zahlen. Für die vielen nicht-kommerziellen Angebote im Web ein echter Show Stopper.
Damit stellt AP – ähnlich wie die Urheber der Hamburger Erklärung, nur wesentlich direkter – das bestehende Zitatrecht in Frage. Ähnlich wie nach dem Urhebergesetz (UrhG, §51 Zitate) in Deutschland dürfen auch in den USA Auszüge aus urheberrechtlich geschützten Werken für eigene Werke als Zitat verwendet werden – Fair Use. Tom Curley möchte dieses Recht aber nicht nur beschneiden, sondern dieses auch veräußern können – eine Privatisierung der Pressefreiheit auf Kosten der Demokratie?!
Jeff Jarvis, Journalist und Autor von What Would Google Do?, greift dieses Thema ebenfalls in seinem Weblog auf.
Oh, it probably won’t succeed, just because what it suggests is so impractical and illegal and ultimately undemocratic and unconstitutional.
Mal sehen wie es weitergeht…
Der Verleger-Journalisten-Google Komplex
Medienmogul Hubert Burda und Michael Konken, Vorsitzender des Deutschen Journalisten-Verbands (DJV), holen zum nächsten verbalen Schlag gegen Google aus. Offenbar verkörpert Google für sie das Internet und damit die Ursache für die großen Herausforderungen, mit denen sich die Medien konfrontiert sehen . Konrad Lischka hat es auf SPIEGEL Online sehr schön auf den Punkt gebracht: Sie schimpfen auf Google und meinen das Netz
Während (nicht nur) hier zu Lande die Verleger sehr schwer an den deutlichen Umsatzrückgängen im Print und den zu zögerlich wachsenden Umsätzen im Online-Geschäft zu kämpfen haben, fahren Google & Co. noch immer Gewinnsteigerungen ein – mit fremden (journalistischen) Inhalten. Google gab diese Woche bekannt, den Gewinn im zweiten Quartal um 18% gesteigert zu haben, auch wenn das Umsatzwachstum mit “nur” 3% hinter den Erwartungen zurück blieb und somit die geringste Steigerung in der gesamten Firmengeschichte darstellt.
Da ist ein Feindbild schnell zur Hand. Ein etwas holpriger Pfad, der für viel Dynamik im Web gesorgt hat, wurde durch die Hamburger Erklärung und Burdas Gastbeitrag in der FAZ bereits im Juni geebnet. Für Konken reicht das aus, um noch Einen drauf zu setzen und ein wenig auf Google rum zu treten – und zu stolpern. Denn leider kommt sein Versuch, sich bei den Verlegern anzubiedern, bei dem einen oder anderen Journalisten nicht so gut an. Egal, wie oft man noch über diesen Pfad trampelt, es wird keine dreispurige Autobahn draus. Vielmehr hat man das Gefühl, dass die Kluft zwischen Verlegern und Journalisten durch diese Diskussion immer größer wird.
Die Gründe für den Unmut sind nachvollziehbar: Google hat zum Einen ein beachtlich großes Stück vom Werbe-Kuchen vereinnahmt, laut Burda etwa ein Drittel des gesamten Online-Budgets. Zum Anderen lebt Google von fremden Inhalten – also auch aber nicht nur – von dem von Verlagen produzierten und/oder verbreiteten Content. Dafür soll Google an die Distributoren zahlen. Die rechtliche Grundlage dafür soll der Staat schaffen. Das nennt sich “Fairer Wettbewerb” oder auch “Fair Share”.


