Beiträge getagged mit Google
Suchmaschinen-Allianz gegen Google?
Schon Anfang 2008 gab es eine erste (offizielle) Annäherung zwischen Yahoo und Microsoft. Damals wollte Microsoft-CEO Steve Ballmer Yahoo für knapp 45 Milliarden US-Dollar kaufen. Das Vorhaben scheiterte aber bereits im Mai an Yahoos damaligem CEO und Mitbegründer Jerry Yang, laut Medienberichten weil er deutlich mehr Geld verlangte. Auch der anschließende Versuch, nur die Suchtechnologie von Yahoo zu lizensieren, scheiterte.
Damals wurde also nichts aus Ballmers Traum, dem Suchmaschinen-Riesen Google den Kampf anzusagen und sich ein Stück vom Online-Werbekuchen zu sichern. Seitdem hat sich aber Viel getan: Microsoft hat mit Bing eine eigene Suchmaschine entwickelt, und Yahoo hat mit CEO Carol Bartz seit Januar eine neue Chefin bekommen. Und aus dem geplanten Kauf von Yahoo ist jetzt immerhin eine Kooperation geworden, die auf zehn Jahre vereinbart wurde und zu verwirren weiß.
Während Yahoo sich verpflichtet, die Suchtechnologie von Microsoft auf dem eigenen Portal einzubinden und den Anzeigenverkauf für Großkunden zu übernehmen, wird sich Microsoft um die kleinen Kunden kümmern. Dabei kann Microsoft auf die Yahoo-Suchtechnologie im Rahmen eines Lizenzvertrages zugreifen und diese für eigene Produkte verwenden. Dadurch entstehen neben der Vermarktung des Yahoo-Portals weitere Konflikte, die auch die eigenen Instant Messaging Services sowie konkurrierende eMail- und News-Dienste umfassen.
Während Microsoft noch immer sowas von 80er-Jahre ist, hat sich Yahoo in den letzten Jahren sehr aktiv im Umfeld des Semantischen Webs und in der Bereitstellung von offenen APIs für Entwickler unter Einhaltung gängiger Web-Standards verdient gemacht. Doch was wird in Zukunft mit so großartigen Diensten wie BOSS (Build Your Own Search Service), Yahoos Geo Services, Search Monkey, Fire Eagle, Yahoo Maps und all den anderen Yahoo-Projekten, die teilweise auf Yahoos Suche basieren? Wer wird zukünftig in strategisch wichtige Projekte wie Delicious und Flickr investieren, um Yahoo voran zu bringen?
NetNewsWire updaten, jetzt!
Neues NetNewsWire-Logo
NewsGator Technologies, der Hersteller der RSS-Reader NetNewsWire (Mac OS X, iPhone) und FeedDemon (Windows) hat klammheimlich neue Beta-Versionen seiner Feedreader bereitgstellt, die sich jetzt mit dem Google Reader synchronisieren. Das erfährt man leider nur, wenn man zufällig den RSS-Feed des Unternehmens-Blogs abonniert hat.
Was da so salopp als nettes neues Feature verkauft wird, hat aber weitreichende Konsequenzen. Ab September wird nämlich der eigene Dienst NewsGator Online, ein web-basierter RSS-Reader, eingestellt. Stattdessen setzt das Unternehmen aus dem US-Bundesstaat Colorado auf Googles RSS-Reader.
Wer also weiterhin die hervorragenden RSS-Reader benutzen möchte und auf eine Synchronisation mit dem dazu gehörigen web-basierten Reader nicht verzichten möchte, sollte sich schleunigst einen Google-Account anlegen und beide Reader miteinander synchronisieren. Wie das geht, steht hier.
Creative Commons Bildersuche bei Google
Der Klassiker: Ein Blogger hat einen neuen Beitrag fertig gestellt und will es vor der Veröffentlichung noch schnell mit einem passenden Bild aufpeppen. Idealer Weise sieht dieses Bild nicht nur schick aus, sondern ist auch noch kostenlos oder sehr günstig zu haben. Und da das Internet – entgegen der landläufigen Meinung – eben doch kein rechtsfreier Raum ist, sollte man eben nicht jedes x-beliebige Bild verwenden.
Neben den mittlerweile alt eingesessenen Diensten wie Photocase, aboutpixel und Stock.XCHNG kann man jetzt auch bei der Google Bildersuche fündig werden. Google hat der Bildersuche, etwas versteckt in der erweiterten Suche, einen zusätzlichen Parameter spendiert, der hilft, Bilder ausfindig zu machen, die unter einer Creative Commons License und der GNU Free Documentation License veröffentlicht wurden. Diese Bilder können teilweise auch kommerziell genutzt werden.
Google macht aber ausdrücklich darauf aufmerksam, dass es in der Verantwortung des Nutzers steht, die Lizenz-Informationen vor der Verwendung sorgfältig zu überprüfen.
This feature identifies images that are tagged with licenses that authorize reuse. You’ll still have to verify that the licensing information is accurate. We can help you take the first step towards finding these images, but we can’t guarantee that the content we linked to is actually in the public domain, or available under the license. (The Official Google Blog)
Associated Press vs. Internet
Die US-Nachrichtenagentur Associated Press (AP) möchte zukünftig hart durchgreifen, wenn es um die “unerlaubte” Nutzung ihres Contents geht. Was genau unter der “unerlaubten” Nutzung zu verstehen ist, lässt sich bei der New York Times nachlesen.
Tom Curley, The A.P.’s president and chief executive, said the company’s position was that even minimal use of a news article online required a licensing agreement with the news organization that produced it. In an interview, he specifically cited references that include a headline and a link to an article, a standard practice of search engines like Google, Bing and Yahoo, news aggregators and blogs.
Damit ist klar, dass alleine das Zitieren und Verlinken eines AP-Artikels ohne einen Lizenzvertrag als unerlaubte Nutzung angesehen wird. Bei mehr als 1.400 Zeitungen, die an der AP beteiligt sind und deren Content nutzen und verbreiten, bedeutet das, dass es für Blogger und andere kleinere Content-Produzenten unter Umständen teuer wird – wenn sie nicht vor dem Verlinken einer Nachricht mit dem Urheber oder Rechteinhaber verhandeln oder zahlen. Für die vielen nicht-kommerziellen Angebote im Web ein echter Show Stopper.
Damit stellt AP – ähnlich wie die Urheber der Hamburger Erklärung, nur wesentlich direkter – das bestehende Zitatrecht in Frage. Ähnlich wie nach dem Urhebergesetz (UrhG, §51 Zitate) in Deutschland dürfen auch in den USA Auszüge aus urheberrechtlich geschützten Werken für eigene Werke als Zitat verwendet werden – Fair Use. Tom Curley möchte dieses Recht aber nicht nur beschneiden, sondern dieses auch veräußern können – eine Privatisierung der Pressefreiheit auf Kosten der Demokratie?!
Jeff Jarvis, Journalist und Autor von What Would Google Do?, greift dieses Thema ebenfalls in seinem Weblog auf.
Oh, it probably won’t succeed, just because what it suggests is so impractical and illegal and ultimately undemocratic and unconstitutional.
Mal sehen wie es weitergeht…
Der Verleger-Journalisten-Google Komplex
Medienmogul Hubert Burda und Michael Konken, Vorsitzender des Deutschen Journalisten-Verbands (DJV), holen zum nächsten verbalen Schlag gegen Google aus. Offenbar verkörpert Google für sie das Internet und damit die Ursache für die großen Herausforderungen, mit denen sich die Medien konfrontiert sehen . Konrad Lischka hat es auf SPIEGEL Online sehr schön auf den Punkt gebracht: Sie schimpfen auf Google und meinen das Netz
Während (nicht nur) hier zu Lande die Verleger sehr schwer an den deutlichen Umsatzrückgängen im Print und den zu zögerlich wachsenden Umsätzen im Online-Geschäft zu kämpfen haben, fahren Google & Co. noch immer Gewinnsteigerungen ein – mit fremden (journalistischen) Inhalten. Google gab diese Woche bekannt, den Gewinn im zweiten Quartal um 18% gesteigert zu haben, auch wenn das Umsatzwachstum mit “nur” 3% hinter den Erwartungen zurück blieb und somit die geringste Steigerung in der gesamten Firmengeschichte darstellt.
Da ist ein Feindbild schnell zur Hand. Ein etwas holpriger Pfad, der für viel Dynamik im Web gesorgt hat, wurde durch die Hamburger Erklärung und Burdas Gastbeitrag in der FAZ bereits im Juni geebnet. Für Konken reicht das aus, um noch Einen drauf zu setzen und ein wenig auf Google rum zu treten – und zu stolpern. Denn leider kommt sein Versuch, sich bei den Verlegern anzubiedern, bei dem einen oder anderen Journalisten nicht so gut an. Egal, wie oft man noch über diesen Pfad trampelt, es wird keine dreispurige Autobahn draus. Vielmehr hat man das Gefühl, dass die Kluft zwischen Verlegern und Journalisten durch diese Diskussion immer größer wird.
Die Gründe für den Unmut sind nachvollziehbar: Google hat zum Einen ein beachtlich großes Stück vom Werbe-Kuchen vereinnahmt, laut Burda etwa ein Drittel des gesamten Online-Budgets. Zum Anderen lebt Google von fremden Inhalten – also auch aber nicht nur – von dem von Verlagen produzierten und/oder verbreiteten Content. Dafür soll Google an die Distributoren zahlen. Die rechtliche Grundlage dafür soll der Staat schaffen. Das nennt sich “Fairer Wettbewerb” oder auch “Fair Share”.
Hubert Burda: Wir werden schleichend enteignet
Anscheinend ist es dieser Tage angesagt, den Staat für seine eigenen Probleme oder die einer ganzen Branche verantwortlich zu machen. In seinem Gastbeitrag Wir werden schleichend enteignet in der FAZ lässt Medienmogul Hubert Burda mal so richtig Dampf ab und sieht auch den Staat in der Pflicht.
Für ihn ist die Tatsache unerträglich, dass Google durch die Nutzung fremder (journalistischer) Inhalte Geld verdient – und zwar mehr als die Produzenten der Inhalte selbst. Dennoch weiß er den Service von Google zu schätzen, der ihm ja Besucher auf seine Seite bringt und dadurch letzten Endes auch Umsatz generiert. Allerdings, und da hängt der gute Herr Burda mich dann gedanklich ab, soll Google dafür bezahlen und der Staat entsprechende Gesetze dafür schaffen.
Wir debattieren daher in zunehmendem Maße darüber, ob wir es weiter akzeptieren können, wenn andere kommerzielle Anbieter aus unseren Angeboten und damit von unserem originären journalistischen Handwerk einen größeren wirtschaftlichen Nutzen ziehen, als wir selbst es tun. [...] Doch wer die Leistung anderer kommerziell nutzt, muss dafür bezahlen.
Ein interessanter Artikel, der aber mehr Fragen als Antworten liefert. Aus meiner Sicht sollten die Vorteile, die für die Verlage durch Google entstehen, überwiegen. Letzten Endes finde ich bei Google zwar meinen Focus-Artikel, doch vollständig lesen kann ich ihn bei Google nicht. Ohne Google würde den Nachrichten Sites der Traffic und damit der Umsatz signifikant wegbrechen. Und man darf nicht vergessen, dass die Zeitungen ihre Inhalte von Google indizieren lassen wollen.
Dass Google hier anscheinend das bessere Geschäftsmodell hat und durch das Zitieren und Verlinken von fremden Inhalten mehr Umsatz generiert, ist offensichtlich. Doch warum sollte Google die Zeitungshäuser subventionieren?
Hingegen kann ich einem Teil seiner Überlegungen folgen, wenn es um das Leistungsschutzrecht geht. Unklar ist aber, ob es ihm hier tatsächlich darum geht, eine Grundversorung an hochwertigen journalistischen Inhalten oder den eigenen Status Quo zu sichern. Dass tatsächlich die Demokratie in Gefahr ist, halte ich aber für eher fraglich.
Mehr zum Thema mit einer sehr schönen Metapher: Medial Digital – Dann boykottiert doch Google
What Would Google Do?
What Would Google Do?, oder direkter gefragt: How did those guys get so fucking successful? Das haben sich schon viele Unternehmen und vor allem Web Startups gefragt. Und genau dieser Frage geht auch Jeff Jarvis in seinem Buch What Would Google Do? auf den Grund. Dabei analysiert er die mittlerweile gut zehnjährige Erfolgsgeschichte von Google – eher aus Perspektive eines Historikers und Hobby-BWLers als aus der eines Geeks.
Jeff Jarvis liefert in seinem Buch aber keine Visionen oder Antworten. Es geht in What Would Google Do? auch darum, Google zu analysieren und herauszufinden, warum Google so unglaublich erfolgreich ist. Der Versuch, dieses “Erfolgsrezept” in seinem Buch auf andere Branchen zu übertragen, ist teilweise ein amüsantes Gedankenexperiment, teilweise aber auch schon recht absurd. Die letzten gut 100 Seiten haben mich daher auch sehr viel Überwindung gekostet, da wäre weniger mehr gewesen.
Dennoch: Als Journalist bringt er die heutige Situation in den Medien – besonders in der Zeitungs-Branche – sehr gut auf den Punkt. Auch den Reiz, den erfolgreiche Web-Dienste für ihre User haben, umschreibt er sehr treffsicher. Da verzeiht man ihm auch schon mal einen Ausrutscher. Denn dass Google keine Werbung für seine Suche macht, halte ich für ein Gerücht.
Alles in Allem ein gelungenes Buch, dass aber eher für Leser geeignet ist, die sich in den letzten zehn Jahren nicht viel mit dem Internet beschäftigt haben, und für die Flickr, YouTube und Digg nur abstrakte Begriffe in eigensinniger Schreibweise darstellen. Für die ist das Buch ein gelungenen Einstieg in die wunderbare Welt des Internets.
Eine kurze Zusammenfassung der Kernaussagen aus dem Buch gibt es übrigens hier.


