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iPhone 4 vs. HTC Desire

HTC Desire

Drei Wochen hatte ich jetzt das iPhone 4 und das HTC parallel im Betrieb. Und obwohl ich schon seit über zwei Jahren überwiegend zufriedener iPhone 3G Nutzer war, hat es keine Woche gedauert, bis ich das iPhone 4 auf die Ersatzbank geschickt habe.

Die einzigen Punkte in denen das Apple-Smartphone dem HTC Desire deutlich überlegen ist, sind das Display, die Kamera und die Akku-Laufzeit. Da lässt sich nicht viel diskutieren, das Retina-Display rockt und lässt jedes andere Handy-Display wie einen 70er-Jahre-Schwarzweiß-Fernseher aussehen. Und der Akku des HTC Desire hält bei mäßiger Nutzung “nur” gut zwei Tage.

Die Freiheit nehm’ ich mir

Schon einmal versucht, das iPhone als WLAN-Hotspot zu nutzen? Oder das Handy als Festplatte zu mounten, oder per FTP ein paar Dateien auf’s Handy zu kopieren? Oder eine andere App zum SMS schreiben installiert? Dauert auf dem HTC-Smartphone zehn Sekunden, und es läuft. Ohne Jailbreak, ohne SIM-Lock und ohne Stress. Überhaupt kann man installieren was man will und wie man will. Weil es alles gibt, und kein Diktator im Rollkragenpulli darüber entscheidet, was im AppStore landet und was nicht. Das entscheidet der Nutzer.

Zugegebener Maßen wirkt sich das auch ein wenig auf die Qualität der Apps aus, wobei ich aber bisher sehr gut damit gefahren bin, auf die User-Bewertungen im Android Market zu achten. Apps mit vier oder fünf Sternen laufen problemlos. Im unteren Bereich der Sterne-Ratings findet man Schrott, der bei Apple nie den Weg in den AppStore gefunden hätte.

Applikationen

In Puncto Apps steht das Desire dem iPhone in Nichts nach. Viele Apps sind mittlerweile sowohl für iOS als auch für Android verfügbar: Foursquare, TweetDeck, BeeJive, Facebook, Evernote, WordPress und viele andere.

Die einzige Applikation, die ich auf dem HTC Desire vermisse, ist Skype. Durch irgendeinen üblen Deal mit dem US-Provider Verizon steht Skype Mobile derzeit nur in den USA und nur für Verizon-Kunden zur Verfügung. Allerdings kann Nimbuzz hier die Lücke schließen, zumindest das Anrufen von Skype Accounts ist damit möglich.

Malware

Das ist eine üble Sache. Apps auf dem Android-Smartphone tauschen nachweislich und unbemerkt Daten über das Web aus, das hat eine Untersuchung in den USA ergeben. Bei der Installation einer App stimmt der Nutzer zwar explizit zu, dass die App auf bestimmte Ressourcen zugreifen darf, doch dürfte den wenigsten bewusst sein, was das bedeutet. Meine Handy-Nummer in den Händen irgendwelcher Telefon-Marketing-Terroristen finde ich aber auch nicht wirklich lustig.

Was Apple so alles aus dem iPhone “herausholt” ist mir nicht bekannt, aber ich lese auch nicht jedes Mal über 60 Seiten lange AGB-Änderungen, wenn ich eine neue iTunes-Version installiere. Ich kann auf dem Android-Phone nur raten, bei der Installation darauf zu achten, ob die App den Zugriff auf relevante Ressourcen benötigt.

Telefonspeicher vs. SD-Karte

Das einzige echte Ärgernis ist die Aufteilung des Speichers in Telefonspeicher und SD-Kartenspeicher. Eine Applikation kann in beiden Bereichen installiert werden – zumindest theoretisch. Die meisten Applikationen lassen sich leider nur im Telefonspeicher speichern, und der ist mit 168MB lächerlich klein. Über sowas müssen sich iPhone-Besitzer glücklicherweise keine Gedanken machen. Für mich bedeutet das, dass ich Firefox nicht mehr installieren kann, weil der Telefonspeicher voll ist.

Fazit

Das iPhone mag doppelt so teuer sein wie das HTC Desire, aber es ist mit Sicherheit nicht doppelt so gut. Ich genieße die Freiheit und will mir nicht vorschreiben lassen, was ich mit meinem Smartphone machen darf und was nicht. Das iPhone 4 mag in einigen Punkten die Nase vorn haben, das HTC Desire kam allerdings auch in den Handel, als das 3GS das aktuellste Modell von Apple war, und das kann dem HTC-Phone nicht annähernd das Wasser reichen. Auf jeden Fall kann ich das HTC Desire empfehlen, man guckt nicht in die Röhre oder neidisch auf die iPhone-Nutzer, wenn es um Apps und Funktionalitäten geht.

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Facebook Local startet in den USA

So langsam pfeifen es die Spatzen von den Dächern, dass der Suchmaschinen-Gigant aus Kalifornien einen weiteren Einstieg in das Social Web plant. Größter Konkurrent mit über 500 Millionen Nutzern ist Facebook, zu dessen Gunsten auch hier zu Lande soziale Netzwerke immer mehr Marktanteile verlieren. Die einzige Chance für Google, kurzfristig besser zu sein, ist die Konzentration auf die eigene Stärke: Lokale Kompetenz in Form von Google Maps und Adressen mit den dazugehörigen GPS-Koordinaten.

Gerade diese Kompetenz wird immer wichtiger, denn die Lokalisierung von Werbung und Nachrichten stellt momentan die einzige realistische Einnahmequelle für das Soziale Kostenlos-Web dar.

Facebook App auf dem iPhone

Somit war es höchste Zeit, mit Facebook Places nachzulegen, um sich rechtzeitig Marktanteile zu sichern. Die Entwicklung der neuen Facebook Places API hat acht Monate gedauert, und seit gestern können – zunächst nur Nutzer in den USA – den neuen Dienst nutzen. In Deutschland soll es in Kürze ebenfalls losgehen. Eigentlich ein Feature, das schon lange überfällig war.

Bitter ist das natürlich für die kleinen Geo-Netzwerke, denn obwohl beispielsweise Foursquare mit über 2,5 Millionen Nutzern ein beeindruckendes Wachstum hingelegt und den Markt bis jetzt dominiert hat, dürfte man einer etwa 200mal so großen Community nicht viel entgegen zu setzen haben. Kurzfristig hat die Ankündigung der Kooperation mit Foursquare zwar gestern für einen neuen Rekord bei den Neuregistrierungen (bei Foursquare) gesorgt. Doch lange wird das nicht anhalten, denn niemand wird auf die Dauer mehrere Apps zum Einchecken und zur Organisation seiner Kontakte und Gruppen benutzen.

In den letzten Wochen hat Google eine Menge Geld in die Hand genommen, um Unternehmen aus den Bereichen Social Gaming (Zynga), Social Apps (Slide) und In-App-Payments (Jambool) zu übernehmen. In der gleichen Zeit hat Google zudem seine Places API fertiggestellt, ein Framework, das es ermöglicht, Check-In-Vorgänge und Aufenthaltsorte von Benutzern zu bestimmen. Damit liefert Google einen wichtigen Baustein, um Geo-Dienste wie Foursquare oder Gowalla zu implementieren.

Es bleibt spannend, aber ich fürchte, dass nur Google und Facebook gestärkt aus dem Kampf hervorgehen werden. Für Facebook gilt es jetzt, den Vorsprung zu nutzen und so schnell wie möglich Daten zu sammeln.

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