Geotagging von Bildern unter OS X

GPSPhotoLinker

Wenn man wie ich (Hobby-)Fotograf ist und einfach keine Lust hat, jedes seiner Bilder manuell zu verschlagworten, läuft man irgendwann Gefahr, den Überblick zu verlieren: Wo habe ich das noch mal aufgenommen? In welcher Stadt war das?

Natürlich können viele Smartphones mittlerweile Bilder mit GPS-Informationen anreichern, doch seien wir realistisch: Die Qualität der integrierten Kameras in diesen Smartphones reicht nicht einmal an die einer 10 Jahre alten digitalen Spiegelreflexkamera heran. Das reicht für einen Schnappschuss auf Facebook oder um das Etikett einer Weinflasche abzufotografieren, damit man beim nächsten Besuch beim Weinhändler den Wein, der so lecker war, wieder findet. Ist man etwas anspruchsvoller, stößt man sehr schnell an die Grenzen dieser minderwertigen Kameras.

Doch benutzt man man Smartphones für das, wofür sie wirklich gut sind, nämlich das Aufzeichnen von GPS-Informationen, und hat man zudem einen Apple mit den richtigen Tools, so gibt es einen recht eleganten Weg, seine Bilder mit Geo-Informationen anzureichern.

GPSPhotoLinker ist ein solches Tool, das Geo-Daten in Bilder schreibt. Dabei ist es sogar so clever, Städte, Länder und Bundesländer in das dafür vorgesehene IPTC- bzw. XMP-Feld zu schreiben. Dazu lädt man alle Track-Dateien in das Programm (links), fügt alle zu taggenden Bilder hinzu (rechts) und klickt nur noch auf den richtigen Knopf. GPSPhotoLinker unterstützt JPEG, TIFF und eine Reihe von RAW-Formaten.

Obwohl die Formate GPX (GPS Exchange Format) und KML (Keyhole Markup Language) mittlerweile sehr weit verbreitet sind, werden diese nicht von allen GPS-Trackern und Smartphone Apps unterstützt. Hier kann das Konvertierungs-Programm LoadMyTracks helfen, das zahlreiche Formate versteht und in GPX wandeln kann.

Für das iPhone kann ich Trails Light von Felix Lamouroux empfehlen, um Tracks aufzuzeichnen.

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Facebook Local startet in den USA

So langsam pfeifen es die Spatzen von den Dächern, dass der Suchmaschinen-Gigant aus Kalifornien einen weiteren Einstieg in das Social Web plant. Größter Konkurrent mit über 500 Millionen Nutzern ist Facebook, zu dessen Gunsten auch hier zu Lande soziale Netzwerke immer mehr Marktanteile verlieren. Die einzige Chance für Google, kurzfristig besser zu sein, ist die Konzentration auf die eigene Stärke: Lokale Kompetenz in Form von Google Maps und Adressen mit den dazugehörigen GPS-Koordinaten.

Gerade diese Kompetenz wird immer wichtiger, denn die Lokalisierung von Werbung und Nachrichten stellt momentan die einzige realistische Einnahmequelle für das Soziale Kostenlos-Web dar.

Facebook App auf dem iPhone

Somit war es höchste Zeit, mit Facebook Places nachzulegen, um sich rechtzeitig Marktanteile zu sichern. Die Entwicklung der neuen Facebook Places API hat acht Monate gedauert, und seit gestern können – zunächst nur Nutzer in den USA – den neuen Dienst nutzen. In Deutschland soll es in Kürze ebenfalls losgehen. Eigentlich ein Feature, das schon lange überfällig war.

Bitter ist das natürlich für die kleinen Geo-Netzwerke, denn obwohl beispielsweise Foursquare mit über 2,5 Millionen Nutzern ein beeindruckendes Wachstum hingelegt und den Markt bis jetzt dominiert hat, dürfte man einer etwa 200mal so großen Community nicht viel entgegen zu setzen haben. Kurzfristig hat die Ankündigung der Kooperation mit Foursquare zwar gestern für einen neuen Rekord bei den Neuregistrierungen (bei Foursquare) gesorgt. Doch lange wird das nicht anhalten, denn niemand wird auf die Dauer mehrere Apps zum Einchecken und zur Organisation seiner Kontakte und Gruppen benutzen.

In den letzten Wochen hat Google eine Menge Geld in die Hand genommen, um Unternehmen aus den Bereichen Social Gaming (Zynga), Social Apps (Slide) und In-App-Payments (Jambool) zu übernehmen. In der gleichen Zeit hat Google zudem seine Places API fertiggestellt, ein Framework, das es ermöglicht, Check-In-Vorgänge und Aufenthaltsorte von Benutzern zu bestimmen. Damit liefert Google einen wichtigen Baustein, um Geo-Dienste wie Foursquare oder Gowalla zu implementieren.

Es bleibt spannend, aber ich fürchte, dass nur Google und Facebook gestärkt aus dem Kampf hervorgehen werden. Für Facebook gilt es jetzt, den Vorsprung zu nutzen und so schnell wie möglich Daten zu sammeln.

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Google Street View vs. German Sommerloch

Ein Gespenst geht um in Deutschland – das Gespenst vom Internetz-Dingens mit diesen Kamera-Spionage-Autos von der Datenkrake aus den USA.

Die gepixelte Version des Chile Hauses

Chile Haus in Hamburg (gepixelt)

Offenbar haben Datenschützer, Politiker, eingeschüchterte Leser der Boulevard-Presse und Internet-Ausdrucker in diesem Sommerloch nichts Besseres zu tun, als sich über die führende Datenkrake aus Kalifornien aufzuregen. Dabei geht es nicht nur darum, Google davon abzuhalten, die eigene Fassade und den weißen Gartenzaun zu fotografieren. In einem Abwasch soll es offenbar auch dem Urheberrecht an den Kragen gehen, denn die seit 1907 geltende Panoramafreiheit steht den Empfindlichkeiten oben genannter Gattungen beim Kampf gegen Google im Wege.

Nur mal so zur Info und im Klartext: Die Panoramafreiheit erlaubt es seit über 100 Jahren jedem Deppen, mein Haus von einer öffentlich zugänglichen Straße oder einem öffentlich zugänglichen Platz zu fotografieren. Solange meine Persönlichkeitsrechte gewahrt bleiben, d.h. der Depp braucht meine Zustimmung, wenn er mich oder mein Wohnzimmer fotografieren möchte.

Was Google da vorhat ist also vollkommen legal. Und nicht nur das, es ist dabei auch noch ziemlich cool und vor ein paar Jahren noch undenkbar gewesen. Mit Google Street View kann ich am anderen Ende der Welt virtuell durch die Straße spazieren. Das kann mir bei der Auswahl eines Hotels in New York (Dichte der brennenden Mülltonnen vor dem Hotel) ebenso helfen wie bei der Wohnungssuche im entfernten München (Dorfdisko oder Feuerwache nebenan). Bis Ende des Jahres soll dies auch in den 20 größten Städten Deutschlands möglich sein.

Dass hingegen Einbrechern damit ein Werkzeug zur Verfügung steht, um meine Bude auszuräumen, ist ziemlich unwahrscheinlich. Die Bilder sind einige Jahre alt, verraten nichts über das Inventar meiner Wohnung und schon gar nichts darüber, ob zwei Pitbulls hinter der Terrassentür warten.

Traurig genug, dass Google sich genötigt sieht, Anzeigen zu schalten und verängstigten Bürgern eine Opt-Out-Möglichkeit zu bieten. Vielleicht sollte man sich weniger Sorgen um die Bilder seines Gartenzauns im Internet machen als darum, dass man einfach irgendwann den Anschluss an das digitale Zeitalter verliert und letzten Endes Innovationen in Deutschland verhindert. Vielleicht war es vor 10 Jahren noch cool, keine Ahnung vom Internet zu haben. Heute, im Jahre 2010, ist das Internet aber längst ein fester Bestandteil der Gesellschaft und ein Wirtschaftsfaktor geworden. Wer das nicht begreift, hat in der Politik nichts mehr zu suchen.

Links: 5 Fragen zu Google und Street ViewGoogle startet Street View in Deutschland – Ein Grund zur Freude (taz)Google Street View: Feindbild Realität (Focus)

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Geoblocking, my ass!

Es nervt! Früher oder später, wenn man gerne mal die Website eines dieser vielen hippen Startups aus den USA ansurfen will, steht man vor verschlossenen Türen. An Hand der eigenen IP-Adresse, deren Ursprung mit Leichtigkeit auf ein Land zurückgeführt werden kann, wird man ausgesperrt – Endstation. Die Anbieter dürfen, i.d.R. auf Grund von rechtlichen Beschränkungen, ihre Dienste nur in bestimmten Ländern zur Verfügung stellen und gewährleisten dies mittels Geoblocking.

Betroffen sind davon Dienste wie Spotify (Musik-Streaming), Hulu (TV- und Film-Streaming), Netflix (Streaming-Videothek), Pandora (Musik-Streaming wie last.fm nur besser) und Rdio (Derbe schlechtes Musik-Streaming, das aber in den USA erfolgreich zu sein scheint) – um nur einige zu nennen.

Abhilfe schaffen VPN-Dienste, die dem Benutzer über ein lokales Netzwerk, Zugang zum Internet verschaffen. Dabei wählt sich der User mit einem VPN-Client ein und surft beispielsweise aus den USA mit einer amerikanischen IP-Adresse weiter. Der erste Anbieter, den ich gefunden habe, der auch eine ordentliche Performance bietet, ist BlackVPN. Im Gegensatz zu diversen kostenlosen und werbefinanzierten Lösungen, stimmt hier die Performance, und man kann auch Streams nutzen. Für 5 Euro im Monat, bekommt man bei BlackVPN einen Zugang in die USA. Hört sich vielleicht teuer an, doch für einen US-Serienjunkie macht das absolut Sinn.

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Das Internet-Manifest.

Da genieße ich das schöne Wetter in Dänemark, um abends ein wenig zu bloggen, und ausgerechnet der DJV schnappt mir meinen Aufmacher weg.

Egal: Gestern veröffentlichten 15 zumindest mir überwiegend bekannte Journalisten und Blogger das Internet-Manifest. Eine Sammlung von 17 Thesen, die Thomas Knüwer als Feedback auf ein Posting im Juli, in dem er die Gründe für seinen Austritt aus dem DJV darlegte, bekam. Ihm ist auf Grund kurz zuvor veröffentlichter unsäglicher Pamphlete der deutschen Verlagslobby und des DJV so richtig der Arsch geplatzt, was sich sehr gut nachvollziehen lässt.

Doch was da so hochtrabend und unpassend als Manifest angekündigt wird, bleibt hinter den Erwartungen weit zurück. Es wurden 17 Punkte aufgelistet, die aus meiner Sicht überwiegend den Tatsachen entsprechen, doch Neues gibt es hier nicht zu lesen. Vielmehr ein Medley aus mindestens 10 Jahren Diskussionen rund um das Thema Internet und Medien.

Trotzdem bin ich mir sicher, gerade in Hinblick auf die aktuelle Diskussion um das Leistungsschutzrecht und Paid Content, dass es Sinn macht, Statements zu sammeln und zu bündeln, um Unterstützer mobilisieren zu können. So kann man den Erklärungen der Verlagslobby etwas entgegensetzen.

In meinen Augen stellt das Dokument aber eher eine Aufforderung zum Dialog als ein Manifest dar. Denn an konkreten Forderungen oder Lösungsansätzen fehlt es bisher. Alles ist sehr allgemeingültig verfasst, ohne zu sehr ins Detail zu gehen. Daher holen die Initiatoren auch nur die Menschen ab, die ohnehin schon die selbe Meinung vertreten haben.

Um Überzeugungsarbeit zu leisten, reicht es nicht. Aber man wird sehen, in welche Richtung sich das “Manifest” weiterentwickelt. Zumindest werden die Thesen jetzt in einem größeren Kreis diskutiert, was definitiv einen kleinen Teilerfolg darstellt.

Stimmen: taz – Bitte redet über Geld – Meedia – Web verreißt das Internet-Manifest – kaliban* – Als hätten wir nicht genug Manifeste

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RSS lebt!

Wenn RSS wirklich so tot wäre, wie derzeit von vielen Seiten behauptet wird, dann müsste mein MacBook nach Verwesung stinken. Maden müssten mir beim Öffnen des Deckels betriebsam entgegen wabern, während sie den stinkigen Kadaver auf der Festplatte verspeisen. Mein Rechner ist voll mit RSS!

Kann natürlich auch sein, dass ich im Moment entschieden zu viele Romane von Simon Beckett lese und Äpfel mit Birnen vergleiche. Damit bin ich dann aber in guter Gesellschaft.

Steve Gillmor hat bereits Anfang Mai RSS für tot und Twitter zum Nachfolger von RSS erklärt.

It’s time to get completely off RSS and switch to Twitter. RSS just doesn’t cut it anymore. The River of News has become the East River of news, which means it’s not worth swimming in if you get my drift. [...] I haven’t been in Google Reader for months. Google Reader is the dominant RSS reader.[...] All my RSS feeds are in Google Reader. I don’t go there any more. Since all my feeds are in Google Reader and I don’t go there, I don’t use RSS anymore.

Ich unterstelle mal, dass Steve Gillmor wissen müsste, dass der Google Reader kein Synonym für RSS ist, auch wenn er in diesem Kontext stark das Gegenteil vermuten lässt.

Doch RSS und Twitter sind zwei komplett unterschiedliche Dinge, die sich nicht gegenseitig ausschließen:

RSS IconDas RSS-Format (Really Simple Syndication) dient – wie der Name schon sagt – der Syndikation von Content. Anfangs wurde es fast ausschließlich von Weblogs unterstützt, doch mittlerweile bieten alle relevanten Newssites ihre Nachrichten, oder Auszüge daraus, im RSS-Format an. Dies ermöglicht die einfache Indizierung und Aggregation von Inhalten und macht damit weitaus komplexere Anwendungen wie Web Crawler überflüssig.

Schon vor Jahren hatten Weblogs den Newssites etwas voraus, den so genannten Ping. Denn Weblogs haben nicht nur RSS-Feeds um neue Postings ergänzt, sondern gleichzeitig auch Dienste wie Weblogs.com angepingt und pro-aktiv über Aktualisierungen informiert. Das ermöglichte eine zeitnahe “Bekanntmachung” des Updates. Ein nettes Feature, dass leider nicht von den Newssites übernommen wurde. Warum eigentlich nicht? Der “Geschwindigkeit” von RSS-Readern würde es gut tun und Steve Gillmor wäre auch zufrieden.

Twitter hingegen ist eine Applikation, die dazu dient, Kurznachrichten mit einer Länge von maximal 160 Zeichen zu verbreiten. Mit Twitter kann ich Leser einer bestimmten Website über Updates informieren – ähnlich wie mit RSS-Readern, Instant Messaging, eMail, Fax, Telefon, Rauchzeichen etc. Twitter steht also in Konkurrenz zu RSS-Readern und nicht zu RSS.

Das Problem mit RSS ist aber tatsächlich, dass es für die breite Masse eben nicht mehr ist als eine merkwürdige Abkürzung, die nicht im geringsten erahnen lässt, was man mit ihr Sinnvolles machen kann. Und verirrt sich der Mauszeiger doch einmal auf das RSS-Icon, passieren für den Durchschnitts-User merkwürdige Dinge, die im schlimmsten Fall mit einem “Abonnement” enden.

Und das sind auch die Gründe dafür, dass sich RSS-Reader bisher nicht durchgesetzt haben. Es fehlen brauchbare Reader und noch viel mehr clevere Integrationen in Websites, die auch für einen Durchschnitts-User verständlich und benutzbar sind. Man muss aufhören, den Benutzer mit technokratischen Abkürzungen zu konfrontieren. Interessiert wirklich niemanden, wie irgendein Format oder Protokoll heißt, so lange das Tool tut was es soll.

Wenn hier signifikante Verbesserungen umgesetzt werden, haben RSS-Reader eine Zukunft und bleiben kein Nischenprodukt. Ansonsten sind RSS-Reader irgendwann tot (RSS-Reader, nicht RSS).

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Gelinkt: User Engagement vs. Paid Content

Judy Sims wirft in ihrem Blog eine interessante Frage auf:

At a time when news sites need to be focused on user engagement, how does putting your best content behind a pay wall make sense?

Ich weiß gerade keine Antwort.

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Anti-Anti-Atomkraft-Demo powered by RWE

Die Energieversorger haben es im Moment nicht leicht. Ständig wird auf ihnen rumgehackt, nur weil mal das eine oder andere Trafohäuschen abfackelt, meldepflichtige Störfälle ungeschickt unter den Teppich gekehrt werden, Endlager doch nicht so richtig dicht halten und Gutachten manipuliert wurden, eine Großdemonstration in Berlin organisiert wird oder ambitionierte Werbespots als Lüge entlarvt und als verhungerte Flanke im eigenen Tor enden.

Zu allem Überfluss entwickelt sich die ganze Diskussion auch noch zu einem Wahlkampfthema, denn eine Emnid-Umfrage förderte zu Tage, dass etwa 70% der Deutschen der Meinung sind, dass der Kurs von CDU/CSU und FDP diesen Parteien in Hinblick auf die Bundestagswahl schade. Dank des grottenschlechten Krisenmanagements von Vattenfall im Falle des AKWs Krümmel, sorgen sich mittlerweile sogar die Konkurrenten RWE, E.ON und EnBW um ihr ohnehin schon angekratztes Image.

Da muss dringend was passieren, dachten sich da ein paar PR-Strategen bei RWE. Wenn keiner unseren Atomstrom will und keiner für uns auf die Straße geht, dann schicken wir halt unsere Azubis nach Biblis zum demonstrieren. Junge Leute bringen das auch viel glaubhafter rüber als diese alten Säcke von CDU-Wählern, denen man bekanntlich jeden Mist erzählen kann. Wir werden es diesen Atomkraft-Gegnern schon zeigen. Zum Rest des Beitrags »

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Ende mit kostenlos!

Es ist der Sommer der Dinosaurier, Lobbyisten und Realitätsverweigerer. Nach der hamburger Erklärung, der Enteignungs-Diskussion um Google und APs Vorstoß in Sachen Bekämpfung der freien Meinungsäußerung eröffnet kein Geringerer als Rupert Murdoch, Chef eines der größten Medienunternehmen der Welt, die nächste Runde: Paid Content

Auch wenn die Realisierung der Pläne extrem unrealistisch anmutet, gewinnt die Diskussion endlich ein wenig an Substanz, was ihr wirklich gut tut. Denn jetzt geht es erstmals (auch) um Journalismus und Qualität – die Inhalte rücken in den Mittelpunkt.

Innerhalb des nächsten Jahres sollen alle Online-Inhalte der News Corporation kostenpflichtig werden, denn Qualitäts-Journalismus muss finanzierbar sein, so Murdoch.

“Quality journalism is not cheap,” said Murdoch. “The digital revolution has opened many new and inexpensive distribution channels but it has not made content free. We intend to charge for all our news websites.” – Guardian

Wenig überraschend, dass auch andere Verleger sich zu Wort melden, um ähnliche Statements zum Besten zu geben. So erklärte Springer-Chef Mathias Döpfner im FAZ-Interview seine Sicht der Dinge.

Die Leser haben über Jahrhunderte bewiesen, dass sie bereit sind, für wirklich attraktive Inhalte Geld zu bezahlen. Qualität, geistige Wertschöpfung haben ihren Preis. Warum soll das in der digitalen Welt plötzlich anders sein?

Nun ja, es könnte natürlich auch sein, dass es weniger die “attraktiven Inhalte” als vielmehr die Distributionskosten waren, die seit Jahrhunderten von Lesern bezahlt wurden. Ganz zu schweigen von den Anzeigen-Einnahmen, die seit jeher den größten Teil des Umsatzes bei den Zeitungen ausgemacht haben. Ich wage zu behaupten, dass Qualität in den letzten Jahrhunderten eine eher untergeordnete Rolle bei der Wertschöpfung gespielt hat. Ausnahmen bestätigen wie immer die Regel. Zum Rest des Beitrags »

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Zitat des Tages I

Ein Zitat, das mir dieser Tage immer wieder in den Sinn kommt, gehäuft im Zusammenhang mit Dienstwagen und Politikern.

What journalists do, which many bloggers have yet to learn, is to consult multiple sources and do fact checking before blurting out a story. But what bloggers do, which journalists have yet to learn, is to wear their biases on their sleeve, rather than pretending they don’t exist. (Tim O’Reilly)

Qualitäts-Journalismus ist mehr als das Verbreiten von Inhalten über renommierte Content-Distributoren.

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